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Geologie und
Entstehung der Höhlen in den Loferer Steinbergen
Typisch für die
Entstehung der Höhlensysteme der Steinberge ist ihre
starke Bindung an tektonischen Strukturen.
Der Lamprechtsofen bei Weißbach ist vorwiegend an
die Schichtgrenze des Dolomitgesteins (hd –
hellbraun in der Karte) mit dem rund 400 Meter
überlagernden Dachsteinkalk (dk – braun
schraffiert in der Karte) gebunden (Abb. 1). Bei
Weißbach treten an die Saalach angrenzend – blau
gezeichnet – jura-kreidezeitliche Ablagerungen auf,
die aber jüngeren Datums sind und mit der
Höhlenbildung der Lamprechtshöhle nichts zu tun
haben.
Die Schichtgrenze in
Kombination mit der meist senkrecht dazu
einfallenden Klüftung bestimmen das Raumbild und
bieten die Basis für die Entstehung großer Räume wie
den Passauer Dom oder Lamprechtsdom, die
durch die Gebirgsspannungen immer wieder
eingebrochen sind und von Versturzmaterial
erfüllt wurden.

Abb. 1: Geologische
Karte der Leoganger und Loferer Steinberge
(Ausschnitt aus Geologischer Karte von Bayern, 1996)
Im Bereich der aktiven
Wasserläufe kann der Bach Teile eines Versturzes
immer wieder erosiv oder korrosiv beseitigen. Der
Lamprechtsofen bietet also das Bild einer
außerordentlich unruhigen und durch die Wirkung der
Hochwässer ständig in Veränderung begriffenen Höhle.
Die Wasserläufe folgen der Schichtgrenze zwischen
Dachsteinkalk und Dolomit und ermöglichen erst
dadurch die Erforschbarkeit der Höhle (Abb. 2). Die
oft so hinderlichen Siphonstrecken im Bereich
des Karstwasserspiegels sind hier von
geringer Bedeutung. Ein einheitlicher
Karstwasserspiegel, wie er in anderen Gebirgen
vorhanden sein kann, ist für die Leoganger
Steinberge auszuschließen. Dafür ist ein Netz recht
unterschiedlich hoch gelegener, benachbarter
Wasserläufe festzustellen.
Die Lamprechtshöhle
ist relativ arm an Tropfsteinen und anderen
Sinterbildungen. Dies ist vermutlich auf die
niedrigen Temperaturen in den Hochgebirgshöhlen
zurückzuführen. Bei höheren Temperaturen steigt die
Verdunstung und damit die Kalkausfällung (Abb. 3).
Möglicherweise haben aber auch eiszeitliche
Schmelzwässer, die in gewaltigen Mengen die
Höhlensysteme durchfluteten, die Tropfsteine
zerstört.

Abb. 2: Entlang des
„Steinbaches“ im Bereich „Untere Steinbachklamm“
an der Schichtgrenze Dachsteinkalk und Dolomit
Die im gesamten
Höhlenbereich auftretenden Sande, Schotter und
Gerölle bestehen großteils aus Zerfallsprodukten des
verwitternden Dolomits. Sie sind stellenweise
durch Calcit zu Konglomeratbänken verkittet. Im
Hachelgang findet man auch größere Blöcke von
kristallinen Gesteinen die auf alten Hochflächen von
voreiszeitlichen Flüssen abgelagert wurden und im
Lauf von Jahrmillionen ihren Weg durch die Schächte
und Klüfte des Höhlensystems gefunden haben.

Abb. 3: Prinzip der
Tropfsteinbildung
(aus HB-Atlas, Kempe,
1997)
Dr. Andreas Weber
Literatur:
•
Bayerisches Geologisches Landesamt (1996):
Geologische Karte von Bayern.- 329 S.
Herausgeber: Bayerisches Geologisches Landesamt
1996.
• Kempe,
S. (1997): Welt voller Geheimnisse – Höhlen.- in
HB-Bildatlas Sonderausgabe,
114 S. Würzburg, 1997.
• Reinl,
G. (2005): Die Schauhöhle Lamprechtsofen.-
Herausgeber: Sektion Passau
im Deutschen Alpenverein e.V., 52 S., Passau 2005.
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