Die Lamprechtshöhle ist mit einer Gesamtausdehnung von rund 51 Kilometern eines der größten Höhlensysteme Europas. Höhlenforscher aus Polen entdeckten 1993 einen weiteren Zugang in 2.178 m Höhe. Damit gilt die Lamprechtshöhle derzeit als die größte Durchgangshöhle der Welt.

 

In dem für Besucher erschlossenen Schauhöhlenteil wandern Sie auf schönen und bequem begehbaren Steiganlagen rund 700 Meter in den Berg hinein und überwinden bis zur geräumigen Plattform, von der Sie einen eindrucksvollen Blick auf einen Großteil der gut beleuchteten Höhle haben, eine Höhendifferenz von 70 Metern.

 

Auch bei Regenwetter ein
unvergessliches Erlebnis!

 

Öffnungszeiten – Höhle und Gaststätte

 

Anfang Mai bis Ende Oktober
Täglich von 8:30 bis 19:00 Uhr

 

Übrige Zeit
An den Wochenenden von 9:00 bis 17:00 Uhr

 

Tel. +43 (0) 6582 8343

   
 
 

 

 

Werbevideo "Lamprechtshöhle" - RTS-Salzburg - August 2012

 

 

 

 

 
     
 

Geologie und Entstehung der Höhlen in den Loferer Steinbergen

 

Typisch für die Entstehung der Höhlensysteme der Steinberge ist ihre starke Bindung an tektonischen Strukturen. Der Lamprechtsofen bei Weißbach ist vorwiegend an die Schichtgrenze des Dolomitgesteins (hd – hellbraun in der Karte) mit dem rund 400 Meter überlagernden Dachsteinkalk (dk – braun schraffiert in der Karte) gebunden (Abb. 1). Bei Weißbach treten an die Saalach angrenzend – blau gezeichnet – jura-kreidezeitliche Ablagerungen auf, die aber jüngeren Datums sind und mit der Höhlenbildung der Lamprechtshöhle nichts zu tun haben.
 

Die Schichtgrenze in Kombination mit der meist senkrecht dazu einfallenden Klüftung bestimmen das Raumbild und bieten die Basis für die Entstehung großer Räume wie den Passauer Dom oder Lamprechtsdom, die durch die Gebirgsspannungen immer wieder eingebrochen sind und von Versturzmaterial erfüllt wurden.

 

 

Abb. 1: Geologische Karte der Leoganger und Loferer Steinberge
(Ausschnitt aus Geologischer Karte von Bayern, 1996)

 

Im Bereich der aktiven Wasserläufe kann der Bach Teile eines Versturzes immer wieder erosiv oder korrosiv beseitigen. Der Lamprechtsofen bietet also das Bild einer außerordentlich unruhigen und durch die Wirkung der Hochwässer ständig in Veränderung begriffenen Höhle. Die Wasserläufe folgen der Schichtgrenze zwischen Dachsteinkalk und Dolomit und ermöglichen erst dadurch die Erforschbarkeit der Höhle (Abb. 2). Die oft so hinderlichen Siphonstrecken im Bereich des Karstwasserspiegels sind hier von geringer Bedeutung. Ein einheitlicher Karstwasserspiegel, wie er in anderen Gebirgen vorhanden sein kann, ist für die Leoganger Steinberge auszuschließen. Dafür ist ein Netz recht unterschiedlich hoch gelegener, benachbarter Wasserläufe festzustellen.
 

Die Lamprechtshöhle ist relativ arm an Tropfsteinen und anderen Sinterbildungen. Dies ist vermutlich auf die niedrigen Temperaturen in den Hochgebirgshöhlen zurückzuführen. Bei höheren Temperaturen steigt die Verdunstung und damit die Kalkausfällung (Abb. 3). Möglicherweise haben aber auch eiszeitliche Schmelzwässer, die in gewaltigen Mengen die Höhlensysteme durchfluteten, die Tropfsteine zerstört.

 

 

Abb. 2: Entlang des „Steinbaches“ im Bereich „Untere Steinbachklamm“
an der Schichtgrenze Dachsteinkalk und Dolomit

 

Die im gesamten Höhlenbereich auftretenden Sande, Schotter und Gerölle bestehen großteils aus Zerfallsprodukten des verwitternden Dolomits. Sie sind stellenweise durch Calcit zu Konglomeratbänken verkittet. Im Hachelgang findet man auch größere Blöcke von kristallinen Gesteinen die auf alten Hochflächen von voreiszeitlichen Flüssen abgelagert wurden und im Lauf von Jahrmillionen ihren Weg durch die Schächte und Klüfte des Höhlensystems gefunden haben.

 

 

Abb. 3: Prinzip der Tropfsteinbildung

(aus HB-Atlas, Kempe, 1997)
 

Dr. Andreas Weber

 

 

Literatur:

 

• Bayerisches Geologisches Landesamt (1996): Geologische Karte von Bayern.- 329 S.

          Herausgeber: Bayerisches Geologisches Landesamt 1996.

 

• Kempe, S. (1997): Welt voller Geheimnisse – Höhlen.- in HB-Bildatlas Sonderausgabe,

         114 S. Würzburg, 1997.

 

• Reinl, G. (2005): Die Schauhöhle Lamprechtsofen.- Herausgeber: Sektion Passau

          im Deutschen Alpenverein e.V., 52 S., Passau 2005.

 
     
   
 
 

 

 
 

 

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